Edel sei der Mensch, hilfreich und gut

von Claudia Ehle

Diese Worte von Johann Wolfgang von Goethe aus der Weimarer Klassik von 1783 sind aktuell wie nie, stellen sie doch die Fähigkeit des Menschen im Gegensatz zu anderen Lebewesen heraus, Dinge und Situationen geistig zu erfassen und ethisch gemäß seinem Bewusstseinshorizont zu handeln. Das bezeichnet genau den Unterschied, den sich der Mensch ja gerne zur Abgrenzung und Erhöhung gegenüber allen anderen Lebewesen wie einen Verdienstorden ans Revers heftet.

Doch ist dieser Gedanke so real oder zeigt uns nicht wieder die Verdorbenheit der Zeit mit all den aktuell sehr augenscheinlichen menschlichen Fehlern, die es galt nicht zu wiederholen, dass dem nicht so ist?

Während das Tier seiner Instinktnatur folgt und nur das beansprucht, was es zum Überleben benötigt, tritt der Mensch in seiner unersättlichen Gier nach Macht, Geld und Reichtum auf den Plan, vergiftet seine eigene Spezies und reißt sie ins Verderben. Heimtückisch und hinterlistig werden Gift und Galle zur Förderung von Krankheiten und Verderbnis in Lebensmittel und Pharmazie gestreut und dem Gegenüber als Fürsorge verabreicht. Denen, die sich in Wort und Tat der Lüge verschrieben haben, fällt es erstaunlich leicht.

Übung macht die Meister•in

Nicht mal eine Spur schlechten Gewissens ist bei denen  zu verzeichnen, die der eigenen Ziele wegen dem Missbrauch Tür und Tore öffnen. Im Gegenteil, Sie sehen entspannt dabei zu und schieben ihre eigene Verdorbenheit galant über das Wort den anderen in die Schuhe.

Wir werden der Zeit entgegen sehen in der die Wahrheit offenkundig wird. Sie wird sich ihren Weg selbst bereiten und dabei offenlegen, dass die, die sich so unerschöpflich selbst mit Schuld beladen haben, längst vergiftet sind und wurden, wie sie es den anderen dargeboten haben und an Ihrer eigenen Gier und Schwäche zugrunde gehen.

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.“ Johann Wolfgang von Goethe